Warum Liebeskummer krank macht

Trennungsschmerz - Es fühlt sich an wie ein kalter Enzug!

Trennungsschmerz tut weh

Die Hormone spielen verrückt

Liebeskummer und Biochemie? Doch, ob du es glaubst oder nicht, im Moment bist du ein „Opfer“ deiner Hormone. Ob wir uns gut oder schlecht fühlen, energievoll oder depressiv – die sogenannten biochemischen Steuerungsprozesse und das Zusammenspiel der Hormone beeinflussen uns viel mehr, als wir glauben. Ein Trennungsschmerz kann das hormonelle Gleichgewicht ganz schön durcheinanderbringen, was bei dir jetzt der Fall ist. Bestimmte Stoffe werden nun zu viel oder zu wenig produziert. Die Folge, du fühlst dich schlecht, hast keinen Hunger, kannst nicht schlafen. Du leidest an Herzschmerz.

 

Glückshormone – die Welt ist rosarot

Schauen wir uns das doch mal genauer an: Wenn wir getrennt werden und vor der Herausforderung stehen, uns „entlieben“ zu müssen, fehlt unserem Gehirn ganz plötzlich ein Hormon, was Verliebte im Überfluss haben, das Glückshormon Serotonin. Weißt du noch, wie du dich auf dem Höhepunkt deiner Verliebtheit gefühlt hast? Gute Laune, Energie ohne Ende. Trotz akutem Schlafmangel hast du deinen Alltag spielend bewältigt und wahrscheinlich hast du umwerfend ausgesehen. Das ist nun erst mal Vergangenheit. Dein Serotoninspiegel ist im Keller, du reagierst emotional überempfindlich, bist reizbar, die schlechte Laune regiert dein Leben.

Sicherlich hast du auch die Phase durchlebt, wo du deinen Expartner, bzw. deine Expartnerin unbedingt zurückgewinnen wolltest. Der Wunsch, die Beziehung zu retten, beherrschte in diesem Moment dein ganzes Denken. Du hast dich vielleicht sogar wieder ganz gut und zuversichtlich gefühlt? Alles pure Biochemie. Das hast du einem weiteren Hormon zu verdanken, dem Liebesbotenstoff Dopamin, der verantwortlich für Motivation und Antrieb ist. Dopamin wird am Ende einer Beziehung verstärkt ausgeschüttet; wir begehren unseren Partner noch einmal sehr stark, sind wie getrieben… Das Hormon fällt aber genauso schnell wieder ab, wenn unsere Liebe nicht erwidert wird. Das Ergebnis: Du fühlst dich schlecht, im Extremfall sogar depressiv. Studien zeigen, dass Depressive einen niedrigen Dopamin-Spiegel haben. Kein Wunder also, dass du im Moment durchhängst.

 

Verliebte sind wie Drogensüchtige

Klingt verrückt, ich weiß. Ist aber so! Sich zu entlieben fühlt sich manchmal an wie ein kalter Entzug bei Drogensüchtigen. Tatsächlich zeigen MRT-Gehirnscans, dass bei Liebeskummer dieselben Areale im Gehirn aktiviert werden wie bei Patienten, die auf Drogenentzug sind. Drogensüchtige und Liebeskummer-Patienten haben in der schlimmsten Phase des Entzugs große Gemeinsamkeiten. Beide haben den heftigen Drang, ihre Droge – in deinem Fall den Expartner – (wieder) zu bekommen.

Übrigens, die gleichen Schritte, die Süchtigen helfen, helfen in diesem Moment auch dir. Also, Finger weg vom Ex, absolute Kontaktsperre. Ein Rückfall ist sonst vorprogrammiert!

 

Hormonchaos – was tun?

Es gibt keine Zauberformel, um dein Hormondurcheinander auf die Schnelle zu ordnen. Aber ein wenig kannst du selber dazu beitragen, dass es besser wird.

Wir haben oben über das Dopamin gesprochen, eines von den Glückshormonen, die dir im Moment fehlen. Du kannst aktiv etwas dafür tun, damit der Spiegel wieder steigt. Lerne etwas Neues, gehe bewusst andere Wege. Tue Dinge, die du immer mal tun wolltest, aber deinem Expartner oder deiner Expartnerin zuliebe vielleicht nicht getan hast. Neues lenkt ab, Dopamin wird wieder vermehrt ausgeschüttet. Du wirst dich besser fühlen.

Im Moment fehlen dir sicherlich Streicheleinheiten. Mein Tipp: Gönn dir eine ausführliche Wohlfühlmassage. Berührungen, die wir als angenehm empfinden, setzen ebenfalls den Botenstoff Dopamin frei. Grundsätzlich gilt: Das Hormon wird immer dann ausgeschüttet, wenn wir Dinge tun, die uns Freude machen.

Auch wenn es momentan schwer vorstellbar ist: Liebeskummer ist heilbar, braucht aber Zeit. Versuche, dich mit deinem Kummer aktiv auseinander zu setzen, Zusammenhänge und Beziehungsstrukturen zu verstehen. Bleibe nicht im Kummer der alten Beziehung stecken. Das ist destruktiv. Jede Bewegung, die dich davon weg führt, ist heilsam.

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